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Kultur im Schloss 2. Halbjahr 2017

Das Programm von September bis Dezember.

Zuletzt aktualisiert:

Ein Künstleratelier mit Zeichnungen in den Farben blau und schwarz an den Wänden und weiteren auf einer Leine aufgehängt. © Karl-Heinz Bethmann

Atelier Karl-Heinz Bethmann

Regionale Kunstszene

Atelierspaziergang

Kunst erleben, wo sie entsteht: Der Atelierspaziergang ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung, bei der Kunstschaffende ihre Werkräume für das Publikum öffnen.

Einmal jährlich im Frühjahr öffnen ausgebildete und hauptberuflich tätige bildende Künstlerinnen und Künstler aus der Region Hannover an jeweils einem von zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen ihre Ateliers und stellen sich und ihre Arbeit dem Publikum vor.
Kunstinteressierte können so Kunst am Ort ihres Entstehens kennenlernen und bekommen durch den direkten Kontakt zu den Kunstschaffenden Einblicke in deren Arbeits- und Gedankenwelt.

Termine 2018

Sonntag, 27. Mai und Sonntag, 3. Juni, jeweils 18 bis 18 Uhr

Themenausstellung aller Teilnehmenden

Als Auftakt zu den Atelierspaziergangs-Sonntagen wird jeweils am vorhergehenden Donnerstag eine Themenausstellung aller Teilnehmenden im Schloss Landestrost in Neustadt a. Rbge eröffnet, die für einen längeren Zeitraum zu sehen ist. Auf diese Weise können sich Kunstliebhaberinnen und Kunstliebhaber auch nach den Atelierspaziergangs-Sonntagen noch einen Überblick über die unterschiedlichen künstlerischen Positionen verschaffen und bei Interesse einen individuellen Atelierbesuch vereinbaren.

Schloss Landestrost, Schlossstraße 1, Neustadt a. Rbge.
26. Mai bis 8. Juli 2018
Eröffnung: Freitag, 25. Mai 2018, 19 Uhr

Teilnahmebedingungen für Kunstschaffende

Es können nur Kunstschaffende teilnehmen, die in der Region Hannover leben oder arbeiten. Voraussetzung für die Teilnahme ist neben der hauptberuflichen Tätigkeit (keine Hobbykunst) grundsätzlich eine entsprechende qualifizierte und abgeschlossene Ausbildung – über evtl. Ausnahmen entscheidet das Team Kultur der Region Hannover.

Ein Atelier mit weiß gefliestem Boden. In dem Raum stehen zwei Staffeleien, mehrere Bilder, zwei rote Stühle, ein Hocker, kleine Schränke und ein Regalschrank mit Farben, Pinseln und Malsachen. © Klenke

Atelier des Künstlers Gunnar Klenke

Das Atelier

sollte gut zugänglich sein und ohne Gefährdung betreten werden können.
Bei ausreichender Größe des Ateliers besteht die Möglichkeit, jeweils eine Gastkünstlerin / einen Gastkünstler (aus einem Gemeinschafts- oder ohne eigenes Atelier) aufzunehmen, die / der sich ebenfalls bewerben muss und mit mindestens fünf Arbeiten vertreten sein sollte.
Größere Ateliergemeinschaften und Ausstellungsorte im Stadtgebiet können sich bis zum 31.1. des jeweiligen Jahres für den jährlich im September stattfindenden Zinnober-Kunstvolkslauf der Stadt Hannover bewerben. E-Mail: Anneke.Schepke@Hannover-Stadt.de

Die Auswahl der Teilnehmenden

erfolgt über die Bewerbung zur Themenausstellung (inhaltliche Informationen s. unten).

Bewerbungen bis 31. Januar 2018

Künstlerinnen und Künstler bewerben sich bis 31. Januar 2018 mit einer zwei- oder dreidimensionalen Arbeit sowie einem kurzen Statement dazu (weshalb sollte gerade diese Arbeit zum Thema ausgewählt werden?) für die Ausstellung im Schloss Landestrost. Die Arbeit soll dem Thema der Ausstellung gerecht werden. Sie muss nicht notwendigerweise ganz neu angefertigt werden. Neue Arbeiten müssen zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht vollständig fertiggestellt sein, Konzept und Umsetzung sollten aber deutlich nachvollziehbar sein. Die Größe sollte bei zweidimensionalen Arbeiten eine Breite von 1.40 m möglichst nicht überschreiten. Über Ausnahmen entscheidet das Team Kultur. Die Abgabe der fertigen Arbeit soll in der Zeit vom 7. bis 9. Mai (Hannover) bzw. vom 14. bis 16. Mai (Neustadt) erfolgen.
Die Teilnehmerzahl wird auf 36 festgesetzt, um eine bessere Fluktuation zu ermöglichen. Die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer trifft das Team Kultur der Region Hannover.
Bewerbungen für das jeweilige Jahr schicken Sie bitte formlos und möglichst digital mitmausführlichen Angaben

  • zum künstlerischen Werdegang
  • einer aussagekräftigen Abbildung/Skizze der Arbeit für die Ausstellung (möglichst als JPEG- oder PDF-Datei) nebst ungefähren Maßangaben und inhaltlichem Statement dazu
  • einigen kurzen Sätzen zur aktuellen künstlerischen Zielsetzung sowie
  • einigen Abbildungen neuerer Arbeiten (falls vorhanden, alternativ Verweis auf eine aktuelle Homepage)

an: christine.engelmann@region-hannover.de

Infos zur Themenausstellung zum Atelierspaziergang 2018

Ort: Schloss Landestrost, Neustadt am Rbge.
26. Mai bis 8. Juli 2018
Eröffnung: Freitag, 25. Mai 2018

Austellungsthema

ERINNERUNG – KAMERA IM KOPF
Man trägt doch eine eigentümliche Kamera im Kopfe, in die sich manche Bilder so tief und deutlich einätzen, während andere keine Spur zurücklassen.
Bertha von Suttner

Jeder kennt das: Der Geschmack von Kaugummi, der Geruch von Teer oder das Krähen eines Hahns - plötzlich tauchen Bilder auf und machen längst Vergangenes wieder lebendig. Das kann schön sein oder schmerzlich – jedenfalls entsteht da auf einmal eine Brücke zum Gestern, das in der Realität unwiderruflich vorbei ist. Gäbe es das nicht, wüssten wir nicht, wer wir sind. Ob bewusst oder unbewusst: Wir brauchen die Erinnerung, um uns im Leben zu verankern und zurechtzufinden. Sie verbindet die unzähligen Eindrücke, die auf uns einstürmen, zu einem Ganzen, aus dem wir unser Leben konstruieren, und sie steuert unser Handeln.
Neben der individuellen Erinnerung spielt dabei das kollektive Gedächtnis, also mündlich, bildlich oder schriftlich überliefertes Wissen, auf dem wiederum Traditionen und Bräuche basieren, eine maßgebliche Rolle. Dazu gehört auch das bewusste Erinnern, die Rückbesinnung auf Vergangenes, um ein Vergessen zu verhindern. Nur wer um die Vergangenheit weiß, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft konstruktiv gestalten. Doch Wahrnehmung ist subjektiv und die Erinnerung trügerisch. Sie ist selektiv und oft emotional gefärbt, und sie ist manipulierbar. Jeder nimmt die Welt auf seine ganz eigene Weise wahr, in Ausschnitten, Verzerrungen, Verschiebungen oder Vergrößerungen. Lücken werden unbewusst durch eigene stimmige Erklärungen gefüllt, oder Beschreibungen anderer fließen unbemerkt in die eigene Erinnerung ein. Geprägt durch unsere aktuellen Wertvorstellungen und Haltungen wird sie nach jedem Aufrufen überschrieben und neu gespeichert.
Ohne Erinnerung gäbe es keine Kreativität, denn erst das Gespeicherte gibt schöpferische Impulse. Die Kunst konserviert und ordnet Erinnerung und lässt daraus Neues entstehen. Künstlerinnen wie Niki de St. Phalle oder Louise Bourgeois z. B. verarbeiteten in ihrer Kunst Ängste und Traumata, im Werk von Christian Boltanski spielen Rekonstruktion und Erinnerung eine wichtige Rolle. Doch selbst rein abstrakte Kunstwerke basieren auf der Erinnerung an "etwas".

In der Ausstellung zum Atelierspaziergang 2018 sollen die vielfältigen Facetten des Themas beleuchtet werden. Zur Anwendung kommen können Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Collage, Fotografie, Video, Plastik, Objektkunst, Assemblage und Installation.

Bildende Kunst

Team Kultur

Portaitaufnahme einer Frau, die sich in einem Büro befindet und freundlich in die Kamera lächelt. © Team Kultur, Region Hannover