Region Hannover plant Neubau für Paul-Moor-Schule in Wunstorf

Förderschule

Region Hannover plant Neubau für Paul-Moor-Schule in Wunstorf

Abkehr vom Erweiterungsbau / Vorschlag der Verwaltung geht in die Politik.

 

17.09.2026 - Die Paul-Moor-Schule in Wunstorf, Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung, soll einen Neubau anstatt eines Erweiterungsbaus bekommen. Diesen Vorschlag unterbreitet die Verwaltung nach einer umfassenden Variantenuntersuchung nun den politischen Gremien der Regionsversammlung. Bisherige Überlegungen, die Schule durch einen Anbau zu erweitern, erwiesen sich als unzureichend, um den stark gestiegenen Raumbedarf langfristig zu decken und die Umsetzung moderner pädagogischer Konzepte zu ermöglichen.


Steigende Schülerzahlen erfordern nachhaltige Lösung


Die Zahl der Schüler*innen an der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung (FÖS GE) ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – von 54 im Schuljahr 2013/2014 auf 104 im Jahr 2025. Prognosen gehen von einem weiteren Anstieg aus, der bis 2035/2036 ein Raumprogramm mit insgesamt 25 Allgemeinen Unterrichtsräumen sowie zusätzlichen Differenzierungs-, Therapie- und Nebenräumen erfordert. Hinzu kommen neue rechtliche Rahmenbedingungen, wie die Einführung von Ganztagsbeschulungen und geänderte Vorgaben des Landes Niedersachsen zum „Klassenteilererlass“, die kleinere Klassen und damit mehr Räume notwendig machen.


Neubau als beste Lösung?


In einer detaillierten Untersuchung wurden fünf Varianten auf dem Bestandsgrundstück miteinander verglichen. Dabei zeigte sich, dass ein reiner Anbau die gestiegenen Anforderungen nicht erfüllen kann. Stattdessen setzt die Region Hannover auf einen Neubau, der den Bestandsbau ablöst und durch eine ebenfalls neu gebaute Interimslösung überbrückt wird. Diese Variante bietet zahlreiche Vorteile:

  • Bedarfsgerechte Fläche: Der Neubau deckt den langfristigen Raumbedarf vollständig ab und ermöglicht die Umsetzung moderner pädagogischer Konzepte.
  • Optimale Erschließung: Eine klare Adressbildung direkt am Paul-Moor-Weg und kurze Wege innerhalb des Schulgebäudes verbessern die Nutzbarkeit.
  • Flexibilität und Nachhaltigkeit: Das Gebäude kann an zukünftige Anforderungen angepasst werden. 
  •  Keine Einschränkungen für benachbarte Schulen: Im Gegensatz zu einem Anbau wird die benachbarte Otto-Hahn-Schule nicht in der Nutzung ihrer Außenflächen beeinträchtigt.

Isabella Gifhorn, Dezernentin für Bildung, Kultur und Baumanagement der Region Hannover, betont: „Der Neubau ist die zukunftssichere Lösung für die Paul-Moor-Schule. Er ermöglicht nicht nur eine bedarfsgerechte Unterbringung der Schüler*innen, sondern vermeidet auch unwirtschaftliche Nachbesserungen, die bei einem Anbau unvermeidbar gewesen wären. Die Überprüfung und die daraus resultierende Neuausrichtung der Baumaßnahme hat ausdrücklich keine Verzögerung des Vorhabens zum Ziel. Es handelt sich um eine notwendige und verantwortungsvolle Aufgabe, die sicherstellt, dass die Schule von vorneherein bedarfsgerecht gebaut wird.“


Beispielhaftes Vorgehen der Schulbauinitiative


Die Entscheidung für den Neubau ist auch ein Ergebnis der systematischen Arbeit der Stabsstelle Schulbauinitiative Region Hannover, die seit Juni 2026 sukzessive Hochbaumaßnahmen überprüft und priorisiert. Durch die frühzeitige Erkennung veränderter Rahmenbedingungen können Fehlplanungen vermieden und Projekte beschleunigt werden. Isabella Gifhorn hebt hervor: „Dieser Fall zeigt beispielhaft, wie wichtig eine vorausschauende und bedarfsgerechte Planung ist. Durch die Arbeit der Stabsstelle können wir sicherstellen, dass Schulbauprojekte in der Region Hannover effizient, wirtschaftlich und im Interesse der Schüler*innen umgesetzt werden.“


Was passiert jetzt?


Die Politiker*innen der Regionsversammlung wurden heute über den Vorschlag der Region Hannover per Informationsdrucksache informiert. Die Region Hannover möchte in den kommenden Monaten die Bedarfsplanung weiter präzisieren und eine Machbarkeitsstudie für den Neubau in Auftrag geben. Parallel soll der notwendige Interimsbau geplant werden, um den Schulbetrieb während der Bauphase aufrechtzuerhalten. Die Stadt Wunstorf ist bereits über alle Varianten informiert und es konnte erster Konsens bezüglich der verwaltungsseitig favorisierten Variante hergestellt werden. Konstruktive Gespräche laufen. 
 

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