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lesen„Bergwaldprojekt“ entfernt Gehölze aus dem Oldhorster Moor.
Gesunde Moore sind riesige CO2-Speicher. Wenn sie entwässert werden, stoßen sie dagegen Treibhausgase aus. Die Region Hannover arbeitet deshalb an verschiedenen Stellen daran, Moore zu renaturieren und sie so wieder zu natürlichen Klimaschützern zu machen. Jetzt bekommt sie dabei freiwillige Unterstützung: Der Verein „Bergwaldprojekt“, der deutschlandweit an der Wiederherstellung von Ökosystemen arbeitet, entfernt vom 10. bis 16. August mit 18 Helfer*innen Gehölze aus dem Oldhorster Moor und sorgt damit dafür, dass sich moortypische Pflanzen wieder ausbreiten können.
Dr. Martha Graf von der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover und Sophie Seitz, Einsatzleiterin des Bergwaldprojekts
Dr. Martha Graf von der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover und Sophie Seitz, Einsatzleiterin des Bergwaldprojekts.
In der Vergangenheit wurden große Teile des 460 Hektar großen Oldhorster Moores für land- und forstwirtschaftliche Zwecke entwässert. „Aus dem Torfgrund entweichen aufgrund der Zersetzung des Torfs derzeit jährlich 9.500 Tonnen CO₂-Äquivalente – das entspricht den jährlichen Emissionen von rund 3.500 Pkw“, erklärt Moorexpertin Dr. Martha Graf. Um den weiteren Treibhausgas-Ausstoß einzudämmen, strebt die Region Hannover langfristig an, Flächen im Oldhorster Moor unter Beteiligung der Akteure vor Ort wiederzuvernässen. In einem naturnahen Zustand wird die Zersetzung des Torfs gestoppt und neuer Torf kann sich bilden.
Der derzeitige, niedrige Wasserstand begünstigt auch das Aufkommen eines Gehölz- und Baumbestandes. Nahezu auf der ganzen Fläche des Oldhorster Moores ist daher ein dichter Kiefern-Birken-Bruchwald entstanden. Bäume entziehen dem Moor durch ihre Verdunstung viel Wasser. Das Entfernen der Bäume ist deshalb ein wichtiger erster Schritt zur Wiedervernässung der Fläche.
Die Freiwilligen des Bergwaldprojekts werden größtenteils regionseigene Teilflächen des Moores entkusseln – so bezeichnet man in der Landschaftspflege das Entfernen von jungen Gehölzen. Damit verschwinden nicht nur Wasserverbraucher, es wird auch die Verdrängung hochmoortypischer Pflanzenarten beendet und der Lebensraumtyp Moor für seltene Tierarten erhalten.
Bei den Arbeiten werden die Ehrenamtlichen von Naturschutzfachleuten der Region Hannover und des Bergwaldprojekts begleitet. Die Teilnehmer*innen lernen nicht nur, was man für den Klimaschutz im Moor bewirken kann und weshalb hier ihr Einsatz notwendig ist, sondern werden auch für einen schonenden Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen motiviert. Sophie Seitz, die Einsatzleiterin des Bergwaldprojekts, sagt dazu: „Alle Freiwilligen intensivieren hier mit der Arbeit draußen ihre Verbindung zu der uns umgebenden Natur und deren Tier- und Pflanzenarten. Die mit ihrer eigenen Arbeit gemachte Erfahrung der Selbstwirksamkeit motiviert sie dann oftmals auch, den eigenen Alltag naturverträglicher und damit zukunftsfähiger zu gestalten.“
Die Freiwilligen im Alter von 22 bis 72 Jahren campieren während der Woche im eigenen Zelt auf einer Waldlichtung. Ein Koch des Bergwaldprojekts sorgt für die Verpflegung der Teilnehmenden – mit überwiegend regionalen und saisonalen Produkten.
Oldhorster Moor - Freiwillige entfernen Gehölze im Moor
Oldhorster Moor - Freiwillige entfernen Gehölze im Moor
Oldhorster Moor
Oldhorster Moor - Heideblüte
Das Oldhorster Moor gehört zur Hannoverschen Moorgeest. Vier andere Moore in dieser einzigartigen Landschaft werden, unterstützt durch EU-Fördermittel, bereits seit 2012 in einem Gemeinschaftsprojekt des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und der Region Hannover aufwändig wiederhergestellt: Im Otternhagener, Helstorfer, Bissendorfer und das Schwarze Moor regenerieren die Projektpartner auf 2.243 Hektar Fläche den Wasserhaushalt. Das Projekt soll 2027 abgeschlossen werden. Alle Informationen dazu gibt es unter www.life-moorgeest.niedersachsen.de.
Der Bergwaldprojekt e.V. organisiert seit 35 Jahren Freiwilligeneinsätze im Wald, Moor und in Offenlandschaften. Dieses Jahr bringt der Verein mit seinen Einsatzwochen in Deutschland mehr als 5.000 Freiwillige in die Natur. Dazu finden 190 Projektwochen an gut 100 verschiedenen Standorten in allen Regionen Deutschlands statt. Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme wiederherzustellen und zu stabilisieren, den beteiligten Freiwilligen Bedeutung und Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und daran mitzuarbeiten, unsere Lebens- und Wirtschaftsweise nachhaltig zu gestalten.
Ansprechpartner für weitere Informationen:
Peter Naumann, Vorstand Wald- und Umweltpolitik, Bergwaldprojekt e.V., Tel.: 0831-512 7635, E-Mail: presse@bergwaldprojekt.de, www.bergwaldprojekt.de
Veröffentlicht: 13.08.2025
Die Moore in der Region Hannover bieten eine faszinierende Naturlandschaft, die zu Entdeckungstouren...
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