Klimaschutz
Gärtnern ohne Torf – mit Erde aus Hannover
Region, aha und Klimaschutzagentur werben für den Schutz unserer Moore und die "Hannoversche Gartenerde".
Vom 13. bis 22. März 2026 findet auf Initiative des Landwirtschaftsministeriums die Bundesweite Aktionswoche „Torffrei Gärtnern“ statt. Auch in der Region Hannover wird im Moor noch vereinzelt Torf abgebaut. Die Region Hannover, der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) und die Klimaschutzagentur Region Hannover machen jetzt gemeinsam auf die Situation aufmerksam – und erklären, wie man mit torffreier Erde aus Hannover das Klima schützt.
Welche Bedeutung haben Torf und Moore für das Klima?
Torf bildet sich in Mooren durch die Ablagerung nicht vollständig zersetzter Pflanzenbiomasse, zum Beispiel von Torfmoosen. Die so entstehenden Moorböden sind sehr kohlenstoffreich: Sie bedecken zwar nur knapp drei Prozent der Landfläche der Erde, binden jedoch mehr als doppelt so viel Kohlenstoff wie sämtliche Wälder zusammen.
Durch die Trockenlegung von Mooren wird der im Torf gespeicherte Kohlenstoff im Laufe der Zeit in Form von CO2 freigesetzt. Besonders viele Emissionen werden in kurzer Zeit frei, wenn man den Torf abbaut und nutzt. Für den Klimaschutz muss der Torfabbau gestoppt werden und Torf in nassen Böden bleiben.
Umwelt- und Klimadezernent Jens Palandt erklärt: „Die Region Hannover will möglichst bis 2035 klimaneutral zu werden. Wenn uns in den nächsten zehn Jahren Energie- und Verkehrswende gelingen, wird ein großer Teil der verbleibenden Treibhausgasemissionen aus unseren Mooren kommen. Deswegen setzen wir auch dort mit unserer Moorstrategie an und haben das Ziel, in den nächsten Jahren alle Hochmoore in der Region zu renaturieren. Moorschutz ist aber auch eine Gemeinschaftsaufgabe: Wenn wir alle auf torfhaltige Blumenerde verzichten, gibt es keine wirtschaftliche Grundlage für den Torfabbau mehr.“
Wie kann ich beim Moorschutz mithelfen?
Im Gegensatz zu vielen Blumenerden kommt der Humus von aha ohne Torfanteil aus. Julia Fürst, Geschäftsführerin von aha, betont: „Wir veredeln den Bioabfall aus der Region zu hochwertigem Humus und stellen sicher, dass Rohstoffe im lokalen Kreislauf bleiben, statt Moore für billige Erden zu zerstören. Damit ist unser Kompost ist eine Antwort auf die ökologischen Fragen unserer Zeit.“ Während die Region Hannover auf großen Flächen die Rahmenbedingungen für gesunde Moore vor Ort schaffe, könne mit der Nutzung von „Hannoverscher Gartenerde“ von aha jede*r Einzelne dafür sorgen, dass auch überregional weniger Torf abgebaut wird.
Die Klimaschutzagentur Region Hannover begleitet die Initiative zum torffreien Gärtnern kommunikativ. Für Geschäftsführerin Dr. Annika Mannah ist die Kooperation ein Beispiel, wie Klimaschutzakteure in der Region kooperieren: „Wir beraten die Menschen rund um die klimaschutzgerechte Sanierung ihrer Immobilien. Ein Thema, das nicht an der Hausmauer haltmacht. Daher unterstützen wir das Engagement der Region Hannover und des Zweckverbands, für den Erhalt unserer Moore zu sensibilisieren, und machen mit unseren Medien darauf aufmerksam.“
Wo bekomme ich torffreie Erde aus Hannover?
Pünktlich zur Gartensaison starten die Komposttage von aha, bei denen Einwohner*innen der Region hochwertigen, gütegesicherten Qualitätskompost kostenlos mitnehmen können. Die insgesamt 18 Termine in den Städten und Gemeinden finden von 16. März bis 16. April statt. Kleinmengen bis zu einem Kubikmeter können zudem ganzjährig auf den drei großen Deponien in Hannover-Lahe, Burgdorf und Wunstorf-Kolenfeld abgeholt werden.
Als ideale Ergänzung für größere Projekte bietet aha auf den drei Deponien zudem die Hannoversche Gartenerde zum Kauf an. Dieses 100 Prozent torffreie Produkt auf Basis von RAL-gütegesichertem Kompost und unkrautfreiem Unterboden dient als hochwertiger Mutterbodenersatz.
Anwendungstipp: Die Hannoversche Gartenerde ist aufgrund ihrer hohen Nährstoffdichte besonders für „stark zehrende“ Pflanzen (wie Tomaten, Kürbis oder Rosen) und zur Neuanlage von Rasenflächen geeignet. Für Moorbeetpflanzen (z. B. Rhododendren), die sauren Boden benötigen, sollte sie aufgrund ihres Kalkgehalts nicht pur verwendet werden.
Termine der Komposttage und Infos zu den Erden von aha finden Interessierte unter www.aha-region.de und www.klimaschutzagentur.de.
Worauf kann ich beim Kauf von Erde noch achten?
Auch wer keine Gelegenheit hat, zur lokalen Blumenerde zu greifen, kann auch beim Einkauf im Baumarkt oder der Gärtnerei etwas für den Klimaschutz tun: Torffreie Erden bereichern inzwischen die meisten Sortimente. Beim Kauf von torffreien Substraten sollte man auf die genaue Kennzeichnung achten: Nur Produkte, die mit dem Aufdruck „torffrei“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind, werden ihrem Namen auch gerecht. Torfreduzierte oder torfarme Erden können noch bis zu 70 Prozent Torf enthalten. Eine Produktübersicht und viele weitere Tipps und Informationen gibt es unter www.torffrei.info.
Wie steht es um den Torfabbau in der Region Hannover?
In der Region Hannover bauen derzeit noch zwei Unternehmen im Toten Moor östlich des Steinhuder Meeres Torf ab. Der Torfabbau erfolgt dort seit mehr als 100 Jahren und erstreckt sich bis zum Auslaufen der letzten Genehmigungen zum Ende des Jahres 2038 über eine Fläche von 1.371 Hektar.
Die größte im Abbau befindliche Fläche war in den 2000er-Jahren zu verzeichnen. Seither ist der Abbau rückläufig, weil Flächen abgetorft sind, Genehmigungen auslaufen und keine neuen Abbaurechte vergeben werden. Rund 11 Prozent der Gesamtfläche befinden sich noch bis 2030 im Abbau. Danach ist auf knapp 8 Prozent der Gesamtfläche noch bis 2038 der Abbau von Torf erlaubt, der allerdings nur noch für die Herrichtung der Rekultivierungsfläche verwendet und nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden darf.
Was tut die Region Hannover für den Moorschutz?
Für das Erreichen der Klimaziele der Region Hannover spielen das vorzeitige Beenden des Torfabbaus und die Renaturierung von Mooren eine Schlüsselrolle. Die Region kauft deshalb seit 2013 Torfabbauflächen im Toten Moor. Bis heute ist der Kauf von knapp 800 Hektar Moorfläche erfolgt oder bereits politisch beschlossen. Auf rund 565 Hektar wurde der Torfabbau mit dem Kauf sofort beendet, auf der übrigen Fläche wurde eine geringere Abbautiefe festgelegt. Durch die Käufe konnten rund 1,2 Millionen Kubikmeter Torf im Moor verbleiben. Die Flächen werden aufwändig wiedervernässt, sodass der CO2-Ausstoß mittelfristig zurückgeht und sich langfristig neuer Torf bilden kann. „Wenn wir die Möglichkeit haben, werden wir auch die verbliebenen Abbauflächen kaufen und den Torfabbau vor Ablauf der Genehmigung beenden“, berichtet Jens Palandt.
Auch außerhalb des Toten Moors setzt sich die Region Hannover für die Renaturierung von Mooren ein: In der Hannoverschen Moorgeest läuft seit mehr als zehn Jahren in Kooperation mit dem Land und gefördert von der EU ein erfolgreiches LIFE+ Projekt. Inzwischen sind die Flächen fast vollständig wiedervernässt. In diesem Jahr schließen die Projektpartner mit den Nachfolgeprojekt „RePeat“ an den Erfolg an: In den nächsten zehn Jahren sollen das Altwarmbüchener Moor, das Rehburger Moor und das Trunnenmoor für insgesamt 34 Millionen Euro wiedervernässt werden.
Veröffentlicht am 20. März 2026
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