Klimaschutz

Nächster Schritt in der Wärmewende

Wohnquartiere sollen klimaneutral mit Heizenergie versorgt werden. Die Region bewirbt sich in diesem Zusammenhang  um Fördergelder des Bundes.

PV-Freiflächenanlage in Uetze-Dollbergen

Dem Wärmesektor kommt beim Klimaschutz eine zentrale Rolle zu. Die Region Hannover will ihre Kommunen deshalb darin unterstützen, sich systematisch mit der Umstellung der Wärmeversorgung in den Gemeindegebieten zu befassen. Schon 2020 hat die Klimaschutzleitstelle Hannover eine Förderrichtlinie zur Erstellung von Machbarkeitsstudien zur Wärmeversorgung in Neubaugebieten entwickelt. Schon in der Planungsphase sollen nicht-fossile Versorgungsarten geprüft werden. Jetzt rücken auch die Bestandsquartiere in den Blickpunkt. Mit dem dazu entwickelten Projekt DEKODA bewirbt sich die Region Hannover um Fördergelder im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums. 

"Die Energie- und Wärmewende wird auf lokaler Ebene umgesetzt. 2026 tritt das Verbot für die Erneuerung von Ölzentralheizungen in Kraft. Das ist der Hebel, zunächst diese Quartiere systematisch klimaneutral aufzustellen. Das erfordert ein ganzheitliches Vorgehen von Verwaltungsleitung, Stadtplanung, Tiefbau und den jeweiligen Versorgungsunternehmen. Das dafür notwendige Tool soll künftig unser DEKODA liefern", erläutert Christine Karasch, Dezernentin für Umwelt, Planung und Bauen der Region Hannover. DEKODA steht für Digitalisierung der Energie- und Wärmeplanung in den Kommunen der Region Hannover mittels Datenanalyse in Geographischen Informationssystemen. "Ende März haben wir die Skizze beim Bundesumweltministerium eingereicht. Wenn diese auf Anklang stößt, können wir im nächsten Schritt den ausführlichen Antrag stellen."

Ziel des Projektes DEKODA ist die Schaffung dieser Datengrundlage in digitaler Form und die Schaffung eines Unterstützungsangebotes durch die Region Hannover, das von den Kommunen für die Entwicklung von Energie- und Wärmeplänen genutzt werden kann. "Die Städte und Gemeinden haben so die Möglichkeit, ihre Wärmeversorgung zukunftsfähig aufzustellen und einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten", so die Dezernentin.

Im Kern beinhaltet ein kommunaler Wärmeplan, neben Erhebungen zum gegenwärtigen und prognostizierten Wärmebedarf eine Übersicht zur Wärmeversorgungsstruktur: Wie hoch die Quote der an die Erdgasversorgung angeschlossene Haushalte, wieviel Strom wird aus der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), wieviel durch erneuerbare Energien bereitgestellt? Auf dieser Basis können in der Kommune aktuell anstehende und zukünftig geplante Maßnahmen im Bereich der Energieeinsparung, etwa durch Sanierung von Gebäuden und die Nutzung von Solar- und Windenergie systematisch planen und aufeinander abzustimmen. In Baden-Württemberg ist die Vorlage eines Wärmeplans für große Kreisstädte bereits Pflicht. Dies beinhaltet auch die Ausarbeitung eines klimaneutralen Versorgungsszenarios bis 2050 mit Zwischenschritt 2030.

Die Landeshauptstadt Hannover, die Städte Burgdorf, Garbsen, Gehrden, Langenhagen, Neustadt am Rübenberge, Sehnde und die Gemeinde Uetze haben bereits Interesse bekundet, sich an DEKODA zu beteiligen. Wenn das Bundesumweltministerium DEKODA als innovatives Klimaschutzprojekte auswählt, folgt im Verfahren die eigentliche Antragsstellung.

Veröffentlicht: 29.04.2021