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Quantenbündnis

Quantum Valley Lower Saxony

Die Leibniz Universität und weitere Forschungseinrichtungen aus Hannover sind am neu gegründeten Bündnis für Grundlagenforschung und Industrietransfer in der Quantentechnologie beteiligt.

Quantentechnologien versprechen vielfältige Anwendungen mit bisher unerreichter Präzision und Leistung. Dieses enorme Zukunftspotential für Industrie und Gesellschaft wurde in Niedersachsen früh erkannt: Mehr als 220 Millionen Euro flossen in den letzten zehn Jahren in die Quantenforschung. Damit ist die niedersächsische Quantenforschung heute auf Spitzenniveau.

Quantum Valley Lower Saxony

Jetzt haben sich die führenden Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und das Land Niedersachsen zu einem neuen Bündnis mit dem programmatischen Namen "Quantum Valley Lower Saxony" (QVLS) zusammengeschlossen. Das Ziel: Die exzellente Expertise von mehr als 400 Wissenschaftlern in den beteiligten Instituten zu bündeln, um bis 2025 einen Ionenfallen-Quantencomputer zu entwickeln ‒ eine Leistung, mit der Niedersachsen seine international herausragende Position als Forschungs- und Entwicklungsstandort für Quantentechnologien eindrucksvoll stärken wird. Gestern Abend ist der Lenkungskreis im Wissenschaftsministerium zu seiner ersten Sitzung zusammengetroffen.

Skalierbare Quantencomputer entwickeln

Gründungsinstitutionen des neuen Forschungsverbunds "Quantum Valley Lower Saxony" sind die Leibniz Universität Hannover, die TU Braunschweig, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), das Albert-Einstein-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, das kürzlich gegründete Institut für Satellitengeodäsie und Inertialsensorik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR-SI) sowie die Sartorius AG.

Ionenfallentechnologie

Mit der Ionenfallentechnologie nutzen die Forscher einen der derzeit vielversprechendsten Ansätze, um skalierbare Quantencomputer zu entwickeln. Die Zusammenführung aller erforderlichen Expertise unter einem Dach ‒ von der Nanotechnologie bis zu Quanten-Algorithmen oder der Herstellung von Ionenfallen-Chips ‒ ist ein überzeugendes Alleinstellungsmerkmal im weltweiten Vergleich.

Ziel: Spitzenposition in der Quantentechnologie

Das Ziel der Landesinitiative "Quantum Valley Lower Saxony" ist aber nicht nur die Führungsrolle in der Forschung weiter auszubauen. Mit einer eigenen Geschäftsstelle, die zum 1. Januar 2021 ihren Betrieb aufnehmen wird, soll auch der Technologietransfer in die Wirtschaft und insbesondere in die Start-up-Szene einen kräftigen Schub erhalten. Beides, Grundlagenforschung und industrielle Wertschöpfung, sind die Voraussetzungen, um in den Quantentechnologien und insbesondere im Quantencomputing Spitzenpositionen zu erobern.

Hohes Handlungstempo gefordert

Dieser globale Wettlauf ist es auch, der ein hohes Handlungstempo erfordert. Deshalb unterstützen das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung das Projekt "Quantum Valley Lower Saxony" kurzfristig mit Mitteln aus dem Niedersächsischen Vorab. Gleichzeitig bewirbt sich das Bündnis um zusätzliche Finanzierung aus dem Konjunkturpaket und den Förderprogrammen für Quantentechnologien der Bundesregierung.

Hintergrund

Lasertechnologie und Mikroelektronik sind mittlerweile alltäglich genutzte Errungenschaften der Quantentechnologie. Quantencomputer werden der Gesellschaft neue Möglichkeiten erschließen. Sie machen die Entwicklung vollkommen neuer Materialien und Medikamente, neuer Konzepte und Algorithmen für die künstliche Intelligenz möglich und geben neue Einblicke in die Quantenwelt.

(Veröffentlicht am 2. Oktober 2020)