HANNOVER.DE | Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

Oktober 2019
10.2019
M D M D F S S
30 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Zahlen und Fakten

Rund 50.000 Studierende lernen derzeit an Hannovers Hochschulen.

MHH

"Gebrochene Herzen" nachgewiesen

Forscher der Medizinischen Hochschule haben eine Methode entdeckt, über die das "Syndrom des gebrochenen Herzens" im Blut erkennbar ist.

Etwa 2,5 Prozent der Menschen, die mit einem Herzinfarkt-Verdacht ins Krankenhaus kommen, leiden am "Syndrom des gebrochenen Herzens". Doch es ist für den Notfallarzt schwierig, den Unterschied zwischen den beiden lebensbedrohlichen Erkrankungen festzustellen: Die Patienten haben die gleichen Symptome wie Brustschmerz und Luftnot und auch das EKG und bestimmte Biomarker sind gleich. Daher kann die korrekte Diagnose nur mittels einer aufwendigen Herzkatheteruntersuchung gestellt werden. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und des UniversitätsSpitals Zürich, Schweiz, haben nun herausgefunden, dass das "Syndrom des gebrochenen Herzens" durch eine Blutuntersuchung erkannt werden kann. "Ein bestimmtes Muster aus vier mikroRNAs unterscheidet das Syndrom von einem Herzinfarkt", sagt Professor Dr. Dr. Thomas Thum, Direktor des MHH-Instituts für Molekulare und Translationale Therapiestrategien (IMTTS).

Ursache emotionale Belastung

Beim "Syndrom des gebrochenen Herzens" handelt es sich um eine Funktionsstörung des Herzmuskels, die auch "Takotsubo-Kardiomyopathie" heißt. Der Name Takotsubo stammt von japanischen Tintenfischfallen, die so aussehen wie das Herz während der akuten Erkrankung. Die Störung tritt plötzlich ein – meist nach einer außerordentlichen emotionalen Belastung wie zum Beispiel dem Tod einer nahestehenden Person, Mobbing am Arbeitsplatz oder unerwarteten finanziellen Sorgen. Deswegen hat sie auch den Namen "Syndrom des gebrochenen Herzens" erhalten. Das Syndrom tritt zu 90 Prozent bei älteren Frauen auf – wohingegen ein Herzinfarkt zu 70 Prozent ältere Männer betrifft.

Gute Heilungschancen

In den ersten Stunden sind beide Erkrankungen gleich gefährlich und es kommt häufig zu ernsten und auch lebensbedrohlichen Komplikationen. Vier bis fünf Prozent der Patienten, die mit entsprechenden Symptomen ins Krankenhaus kommen, sterben. Der Unterschied zeigt sich jedoch nach der akuten Phase: Beim "Syndrom des gebrochenen Herzens" erholt sich die Pumpfunktion des Herzens meist wieder vollständig und nach ein paar Wochen funktioniert der Herzmuskel in der Regel wieder normal. Beim Herzinfarkt entstehen jedoch Narben, die dauerhaft bleiben und das Pumpen beeinträchtigen können.

Klinische Verfügbarkeit

Im nächsten Schritt müssen die Ergebnisse durch weitere Studien bestätigt werden und die Nachweisverfahren so optimiert werden, dass die Ergebnisse schneller verfügbar sind. Die Forscher erwarten, dass der Nachweis in ein paar Jahren in Kliniken verfügbar sein wird.