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Blutgefäßbildung

MHH: Neuer Mechanismus entdeckt

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun für die Blutgefäßbildung unentbehrliche Ribonukleinsäuren – nehmen u.a. eine Schlüsselrolle bei der Proteinbiosynthese ein – entdeckt.

Adern wachsen ein Leben lang. Nur so kann Blut an Orte des Bedarfs gelangen – sei es zur Wundheilung oder Versorgung geschädigten Gewebes nach einem Infarkt. Mit Hilfe der Blutgefäßbildung wachsen jedoch auch Tumoren oder werden Entzündungen chronisch. Deswegen forschen viele Wissenschaftler an dem Prozess der sogenannten Angiogenese, dem Wachstum von Blutgefäßen.

Schlüsselrolle: Ribonukleinsäuren

Forscher der MHH entdeckten nun, dass bei der Angiogenese zwei bestimmte Ribonukleinsäuren (RNA) aktiv sind, die zu den "long non-coding RNAs" (lncRNAs) gehören. Ribonukleinsäuren spielen u.a. eine Schlüsselrolle bei der Proteinbiosynthese – sie liefern die Bauanleitung der Proteine. Als die Wissenschaftler jeweils eine der beiden ausschalteten, verschlechterte sich die Gefäßbildung. Eine vermehrte Gabe bewirkte hingegen eine verbesserte Gefäßbildung. Die Forscher arbeiteten mit Kollegen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung sowie der Universität Würzburg zusammen.

Neue Therapieoptionen

"Dies ist die allererste Arbeit, die in diesem Umfang die wichtige Bedeutung von lncRNAs für die Gefäßbildung zeigt", sagt Professor Dr. Dr. Thomas Thum vom Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien, das an der MHH unter anderem in den Exzellenzcluster REBIRTH und das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation (IFB-Tx) eingebunden ist. "Sie stellt einen neuen Ansatzpunkt für die Behandlung von Infarkten, Tumoren und chronischen Entzündungen dar", ergänzt Dr. Jan Fiedler, Erstautor der Studie. Die Forscher haben ihre Entdeckung zur therapeutischen Beeinflussung dieser lncRNAs über die MHH zum Patent angemeldet.

Sauerstoffentzug in Zellen und Herzmuskelgewebe

Im Körper gibt es etwa 50.000 IncRNAs, bisher ist jedoch erst eine Handvoll wissenschaftlich genauer betrachtet worden. Die MHH-Wissenschaftler schauten, welche von 35.000 IncRNAs in Zellen und Herzmuskelgewebe bei Sauerstoffentzug aktiv sind. Auf diese Weise stellten sie die Situation der Zellen bei einem Infarkt nach. Zwei der IncRNAs untersuchten sie anschließend genauer, schalteten sie auch aus oder gaben sie vermehrt hinzu. Die Erkenntnisse wurden im "Journal of the American College of Cardiology" veröffentlicht.

(Veröffentlicht: 27. Oktober 2015)