Hearing4all - Hannover.de

Exzellenzcluster

Hearing4all

Erneuter Erfolg für die Hörforscher der Medizinischen Hochschule, der Universität Oldenburg und der Leibniz Universität: Ihr gemeinsamer Exzellenzcluster Hearing4all hat 2025 eine Verlängerung um sieben Jahre erhalten und wird als Hearing4all.connects mit neuen Schwerpunkten fortgesetzt.

Exzellenzcluster Hearing4All

„Die Förderung durch die DFG ist ein starkes Signal für die Relevanz unserer Forschung und ein großer Vertrauensbeweis in unser Konzept“, sagt Prof. Dr. Dr. Andrej Kral, Standortsprecher an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Der Exzellenzcluster Hearing4all.connects verfolgt das Ziel, die Prognose, Diagnostik und Behandlung von Hörverlust zu verbessern. In den beiden zurückliegenden Förderperioden seit 2012 sind bereits bedeutende Ergebnisse erzielt worden. Jetzt wird der Forschungsverbund unter der Überschrift „Hearing4all.connects“ neue Forschungsdisziplinen einbinden, um das Thema Hörverlust noch umfassender zu untersuchen. So untersuchen die Forschenden in den kommenden Jahren unter anderem neue genetische Ansätze zur Vorhersage, Diagnostik und Behandlung von Hörverlust. Wie KI dabei helfen kann, mit Hörgeräten und -implantaten wichtige von unwichtigen Klangquellen besser zu unterscheiden, ist ebenfalls Forschungsgegenstand.

Forschung zur Heilung von Hörverlust 

„Unser Ziel ist es, innovative Therapien und Technologien zu entwickeln, die nicht nur Symptome lindern, sondern die Ursachen von Hörstörungen gezielt angehen – individuell angepasst an die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten,“ erläutert Professor Kral.

Die Forschenden wollen zudem gemeinsame Datenstandards schaffen, die es ermöglichen, KI-basierte Systeme zu trainieren, um so Hörverlustwahrscheinlichkeiten einzelner Personen vorherzusagen. Hörgeräte zur „Gesundheitszentrale am Ohr“ weiterzuentwickeln, ist ein weiteres Forschungsfeld. Am Ohr erhobene Sensordaten könnten Langzeitdaten für medizinische Untersuchungen liefern und Hinweise für gesundheitliche Risiken frühzeitig erkennen. 

Außerdem wollen die Hörforschenden die Lebensrealität der Menschen noch stärker berücksichtigen. Die Bedeutung von Mehrsprachigkeit für das Hören, Untersuchungen außerhalb des Labors und der Wert des Hörens für soziale Interaktionen stehen daher im Vordergrund. Zentral bleibt auch weiterhin die enge Zusammenarbeit mit außeruniversitären Partnern, die die zeitnahe Anwendung der Forschungsergebnisse in der Praxis unterstützten.

Enge Verzahnung der Disziplinen

Der interdisziplinäre Forschungsverbund setzt Maßstäbe in der Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Anwendung – mit dem klaren Ziel, den direkten Nutzen für Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt zu stellen. Ein herausragendes Merkmal von Hearing4All.connects ist die enge Verzahnung medizinischer, naturwissenschaftlicher und technischer Disziplinen. Gemeinsam arbeiten die Forschenden daran, bestehende medizinische Standardverfahren durch individualisierte und – wo möglich – ursächlich wirkende Therapien bei Hörverlust zu ersetzen. Damit ebnet Hearing4All den Weg für eine personalisierte Medizin im Bereich des Hörens und trägt wesentlich dazu bei, die Lebensqualität betroffener Menschen nachhaltig zu verbessern.

Nach oben