RESIST: Gemeinsam gegen Infektionen – seit 2019 auf Erfolgskurs
Exzellenzcluster
RESIST: Gemeinsam gegen Infektionen – seit 2019 auf Erfolgskurs
Die Medizinische Hochschule setzt mit dem Forschungsverbund RESIST ein starkes Zeichen im Kampf gegen Infektionen. Das Programm besteht bereits seit 2019 und befindet sich seit 2026 in seiner zweiten Förderperiode für weitere sieben Jahre. Für die kommenden Jahre stehen rund 46 Millionen Euro zur Verfügung. Das unterstreicht die große wissenschaftliche Bedeutung und das Vertrauen in die erfolgreiche Arbeit des Verbundes.
Ziel von RESIST ist es, besser zu verstehen, warum manche Menschen besonders anfällig für Infektionen sind und auf dieser Grundlage maßgeschneiderte Strategien zur Vorbeugung, Diagnostik und Therapie zu entwickeln. Denn Infektionen verlaufen nicht bei allen Menschen gleich: Während sie für viele mild bleiben, können sie für andere lebensbedrohlich sein.
Das RESIST-Team erforscht daher intensiv die individuellen Ursachen für eine erhöhte Infektionsanfälligkeit. Besonders deutlich wird die Bedeutung dieser Arbeit bei Frühgeborenen: Für sie können selbst scheinbar harmlose Alltagsinfekte schwerwiegende Folgen haben.
„Dies ist ein großartiger Erfolg für die Infektionsforschung und vor allem für Menschen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen tragen“, sagt Professor Dr. Reinhold Förster, Leiter des Instituts für I Immunologie und Sprecher des Forschungsverbundes RESIST. Besonders gefährdet seien Menschen mit angeborenen Immunschwächen, mit einem noch nicht vollständig entwickelten oder altersbedingt geschwächten Immunsystem sowie Patientinnen und Patienten, deren Abwehrkräfte durch medizinische Therapien unterdrückt werden. „Unser Ziel ist es, ihre diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten langfristig deutlich zu verbessern.“
Wer besonders gefährdet ist
Zu den Risikogruppen zählen insbesondere Neugeborene und ältere Menschen, deren Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt oder bereits geschwächt ist. Auch Personen, die aufgrund von Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder nach Organtransplantationen Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems einnehmen müssen, sind besonders anfällig. Darüber hinaus können Infektionen auch für Trägerinnen und Träger von Implantaten ein erhebliches Risiko darstellen.
Forschung an den Ursachen – für individuelle Therapien
Um Infektionen künftig gezielter bekämpfen zu können, untersucht RESIST die molekularen Grundlagen von Abwehrschwächen gegenüber Krankheitserregern. Gleichzeitig werden neue diagnostische Verfahren entwickelt, mit denen sich das individuelle Infektionsrisiko besser einschätzen lässt. Ziel ist es, Therapien stärker auf die einzelne Person zuzuschneiden, weg vom „Standard für alle“, hin zu einer personalisierten Infektionsmedizin.
Von der Grundlagenforschung zur Anwendung
RESIST verbindet exzellente Grundlagenforschung mit konkreten Perspektiven für die medizinische Praxis. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sollen gezielt in bestehende translationale Programme eingebracht und weiterentwickelt werden, etwa in den Deutschen Zentren für Infektions- und Lungenforschung, im Clinical Research Center oder im Zentrum für Individualisierte Infektionsmedizin.
Langfristig sollen die im Rahmen von RESIST gewonnenen Erkenntnisse direkt Patienten zugutekommen - durch bessere Prävention, präzisere Diagnostik und individuell abgestimmte Therapien.
Zum Forschungsverbund RESIST gehören außerdem das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), das TWINCORE-Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, das Zentrum für Individualisierte Infektionsmedizin (CiiM), das "Centre for Structural Systems Biology" (CSSB) in Hamburg sowie das "Centre for Chronic Immunodeficiencies" (CCI) in Freiburg.
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Video auf wissen.hannover.de: Exellenzcluster RESIST
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