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Veranstalter

Die HANNAH ARENDT TAGE sind eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Hannover (Büro Oberbürgermeister, Wissenschaftsstadt Hannover) in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover (Institut für Politikwissenschaft) und der VolkswagenStiftung.

Landeshauptstadt Hannover

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Leibniz Universität Hannover

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VolkswagenStiftung

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Partner 2020

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Vermittlungsarbeit

Vergangene Projekte

Nachberichte zu Schul- und Studierendenprojekten früherer HANNAH ARENDT TAGE.

2018: Protest und Ungehorsam / Schulprojekt

Wieviel Potential des Widerstandes besitzt Kunst? Mit dieser Frage befassten sich Schüler*innen des Wahlpflichtkurses Kunst im 11. Jahrgang der Helene-Lange-Schule im Rahmen der HANNAH ARENDT TAGE 2018 zum Thema "Protest". Sie setzten sich intensiv mit den Schriften Hannah Arendts, unter anderem mit ihrem Essay "Macht und Gewalt", auseinander. In einem Workshop im Sprengel Museum Hannover studierten sie Kunst als Form zeitgenössischen Protests und entwickelten im Anschluss eigene künstlerische Standpunkte. Dabei entstanden Performances, Filme, Grafiken, Zeichnungen, plastische Werke und Künstlerbücher, die jeweils eine ganz persönliche Sicht der Schüler*innen auf das Werk Hannah Arendts zeigten. Die Arbeiten wurden im Rahmen der Eröffnung den zahlreichen interessierten Besucher*innen im Sprengel Museum präsentiert.

Eindrücke der Arbeiten der Schüler*innen sind auf der Homepage der Helene-Lange-Schule zu sehen.

2018: Protest im Netz – Gelebte Demokratie oder Diktatur der Trolle? / Studierendenprojekt

Eine Vielzahl von bedeutsamen demokratischen Errungenschaften wie das Wahlrecht für Frauen und Bürgerrechte für Afroamerikaner*innen beruhen auf Protestbewegungen. Gleichzeitig verweist die jüngste mediale Berichterstattung und politische Debatte rund um Fridays for Future, G20 etc. auf die Vielschichtigkeit des Phänomens: Welcher Ausdruck des Protests ist legitim? Wie sind Gesetzesbrüche normativ einzuordnen? Kann gewalttätiger Protest legitimiert werden?

Diesem komplexen Thema stellten sich Studierende der Leibniz Universität Hannover im Jahr 2018. Im Rahmen eines selbstorganisierten Seminars eigneten sie sich demokratietheoretische Grundlagen zu zivilem Ungehorsam an und setzten sich mit konkreten Protestbewegungen wie Stuttgart 21, den Sufragetten und #BlackLivesMatter auseinander. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Fragen diskutierten sie mit eingeladenen Wissenschaftler*innen. 

So konnten die Studierenden zunehmend Protestbewegungen und deren Ausdrucksformen politisch und normativ einordnen und eine eigene Position formulieren.

An das Seminar anschließend organisierten die Studierenden im Rahmen der HANNAH ARENDT TAGE im Oktober 2018 eine Podiumsdiskussion zum Thema "Protest im Netz – Gelebte Demokratie oder Diktatur der Trolle?". Mit Podiumsgästen aus Wissenschaft, politischem Aktivismus und Kampagnenberatung wurde diskutiert, inwiefern die Freiheiten im Netz der demokratischen Partizipation dienen oder eine Gefahr aufgrund von Polarisierung und Hate-Speech darstellen. Die Besucher*innen der Veranstaltung wurden dabei mit einbezogen, indem sie über eine App direkt Fragen und Kommentare in die Diskussion einbringen konnten. (Lisa Palm und Johannes Schwietering)

2017: Wissensparlament

Am 17. und 18. Oktober 2017 feierte Hannover die HANNAH ARENDT TAGE unter dem Thema "Wissen – Macht – Meinung: Demokratie 5.0". Zur Person Hannah Arendt führte der Verein Politik zum Anfassen e.V. zusammen mit dem Hannah-Arendt-Gymnasium, der Gerhart Hauptmann Schule, der IGS Isernhagen und der Tellkampfschule ein zweitägiges Wissenschaftsparlament durch. Den ersten Tag verbrachten die Schülerinnen und Schüler mit dem Team von Politik zum Anfassen im Historischen Museum. Dort haben sie zunächst einen Crashkurs zu den Themen Politik, Hannah Arendt, Chiffrierung und Dechiffrierung durchlaufen. Zusammen mit Experten aus unterschiedlichsten Bereichen, diskutierten die Jugendlichen in Kleingruppen als Fraktionen. In diesen Fraktionen schrieben sie Anträge zur Zukunft der Demokratie. Nachdem die Jugendlichen am zweiten Tag zunächst mit der Unterstützung echter Kommunalpolitiker aus Hannover über die erstellte Tagesordnung in ihren Teams diskutiert und beraten haben, folgte das eigentliche Wissenschaftsparlament. In diesem diskutierten die Schülerinnen und Schüler miteinander und gegeneinander über die unterschiedlichen Anträge, um gemeinsam eine möglichst schöne Zukunft für die Demokratie zu erzielen. Ein Video der Aktion ist auf der Homepage des Vereins zu finden.

2016: Herausforderung Solidarität

Das Programmjahr 2016 der Hannah Arendt Tage sah ein intensives Kooperationsprojekt mit dem Philosophie-Leistungskurs des Hannah-Arendt-Gymnasiums Barsinghausen zum Thema Solidarität vor. In verschiedenen Formaten, u.a. einer Schreibwerkstatt mit Johanna Worbs und Nina Ellers (beide Leibniz Universität Hannover), einer Schnupperstunde "Universitätsseminar" mit PD Dr. Franziska Martinsen (Leibniz Universität Hannover) und einer innerschulischen Projektphase erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schülern des 11. Jahrgangs unter der Leitung der Philosophie-Lehrkräfte Alban Peters und Robert Borcyk einen Zugang zu Hannah Arendts Konzeption von Solidarität. Durch die intensive Vorbereitung auf die Fachvorträge im Schloss Herrenhausen ermutigt, beteiligten sich die Schülerinnen und Schüler ausgesprochen rege an den anschließenden Diskussionen und beeindruckten das anwesende Publikum mit souveränen Wortbeiträgen.

Den Höhepunkt des Schulprojekts bildetet zum Abschluss der Hannah Arendt Tage 2016 ein Workshop mit Cesy Leonard, Chefin des Planungsstabs des Zentrums für Politische Schönheit (Berlin), an dem Schülerinnen und Schüler des Hannah-Arendt-Gymnasiums Barsinghausen und der Helene-Lange-Schule Hannover teilnahmen. Die Performerin eröffnete den Schülerinnen und Schülern eine künstlerische Perspektive auf Fragen der Verantwortung Europas im Umgang mit Geflüchteten sowie auf die Möglichkeit zur Veränderung durch Aktionskunst und die Grenzen der Provokation. Der Workshop wurde von der Landeshauptstadt Hannover organisiert und stand in Verbindung mit der Performance Lecture von Cesy Leonard am 28. Oktober 2016 im Sprengel Museum Hannover.