Hannah Arendt hat die ganze Geschichte des 20. Jahrhunderts am eigenen Leib erlebt. Als Tochter aus einem großbürgerlichen Haus wächst sie in der Kant-Stadt Königsberg auf, studiert an der Universität Marburg, jenem Ort, an dem sich die geistige Produktivität der zwanziger Jahre auf einzigartige Weise verdichtet, und verliebt sich dort in den charismatischen Philosophen Martin Heidegger.
Hitlers Machtergreifung treibt sie ins Exil, sie wird in Frankreich interniert, entkommt schließlich nach New York. Sie entwickelt sich zu einer politischen Theoretikerin, die englisch schreibt, weiter deutsch denkt und sich dabei immer als Jüdin versteht. Mit ihrem Bericht vom Eichmann-Prozess erregt sie weltweit Aufsehen.
Willi Winkler, geboren 1957, war Redakteur der ≪Zeit≫, Kulturchef beim ≪Spiegel≫ und schreibt seit vielen Jahren für die ≪Suddeutsche Zeitung≫. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Willi Winkler wurde mehrfach für sein Schreiben ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ben-Witter-Preis, dem Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus und dem Michael-Althen-Preis.