Hannover ist jedes Jahr Ankunftsort für über 7.000 neu eingewanderte Menschen aus vielen unterschiedlichen Ländern weltweit. Aktuelle Ergebnisse der Sozialplanung der Landeshauptstadt Hannover zeigen, dass Bildungsmigration das zweithäufigste Einwanderungsmotiv am Wissenschafts-, Hochschul- und Bildungsstandort Hannover ist. Der im Mai 2026 veröffentlichte Bericht „Einwanderungsstadt Hannover- Ankunftsquartiere und Ankunftsinfrastrukturen“ gibt einen Überblick über das jüngere Einwanderungsgeschehen und die Anforderungen an Ankunftsinfrastrukturen in Hannover.
„Arbeit und Beschäftigung“ ist bundesweit und auch in Hannover eines der bedeutendsten Einwanderungsmotive. Eine Fülle von Bundes- und Länderprogrammen, Förderkulissen, BA4-Programmen und privaten Vermittlungsagenturen zielen auf internationale Fachkräftegewinnung. Das Welcome Center der Region Hannover richtet sich als kostenfreies Beratungsangebot sowohl an regionale Unternehmen als auch an internationale Fachkräfte und zielt auf Akquise und Beschäftigung internationaler Fachkräfte.
Als Bildungs-, Hochschul- und Wissenschaftsstadt ist internationale Bildungsmigration 2025 das zweithäufigste Einwanderungsmotiv in Hannover. Unterschiedliche digitale und analoge Angebote zielen auf internationale Studierende und Forschende, darunter Willkommensprogramme der Universitäten, Hochschulen, ASten, des Studentenwerks, das International Office oder die „Initiative Wissenschaft Hannover“
Auf einem angespannten Wohnungsmarkt sind diskriminierungsfreie Zugänge zu (erschwinglichem) Wohnraum ausschlaggebende Faktoren bei der Entstehung von Ankunftsquartieren. Große Wohnungsunternehmen sind dabei Schlüsselakteur*innen bei Ankommensprozessen. Insbesondere Mitte, Hainholz, Herrenhausen, Bult, Nordstadt und die Calenberger Neustadt haben eine höchste Relevanz als Wohnort für Neueingewanderte. Internationale Studierende, Arbeits- und Fachkräfte müssen sich meist selbstorganisiert eine Wohnung in Hannover suchen.
Asylrechtliche Sicherheit und Bleibeperspektiven haben einen maßgeblichen Einfluss auf den Ankommensprozess Geflüchteter. Bleiben zu dürfen ist eine zentrale Vorbedingung zum Ankommen. Am Beispiel der Erfahrungen der Refugee Law Clinic Hannover wird deutlich, wie belastend das komplexe, oft langwierige Asylverfahren ist und wie sehr Geflüchtete auf zivilgesellschaftliches Engagement, soziale Netzwerke, aber auch kostenlose Rechtsberatung angewiesen sind.
- Hannover ist eine Einwanderungsstadt und hat einen hohen Bedarf an ankunftsbezogener Infrastruktur.
- Das bestehende Angebot ist breit und vielfältig, (Neu-)Eingewanderte selbst sind hierbei auf allen Ebenen zentrale Akteur*innen.
- Sprachmittlung, Mehrsprachigkeit und Vernetzung von Angeboten sind zentrale Schlüsselressourcen.
- Der Bedarf an ankunftsbezogener Infrastruktur übersteigt derzeit das Angebot.
- Wohnraum schaffen und Wohnungswirtschaft strategisch einbinden: Große Wohnungsunternehmen sind Schlüsselakteur*innen bei Ankommensprozessen. Auch für Studierende muss weiter Wohnraum geschaffen werden, um den Wissenschaftsstandort Hannover zu stärken.
- Investitionen in Vielfalt und Teilhabe sind der wichtigste Erfolgsfaktor für eine zukunftsfähige, solidarische Stadtgesellschaft. Kommunale Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen für gut ausgestattete Regelinfrastrukturen mit großer Offenheit für alle Hannoveraner*innen zu gestalten.