Totes Moor

Erhalt der Artenvielfalt

Das Wollgras besiedelt die ehemaligen Abbauflächen meist zuerst.

Vor Torfabbau: Die Region Hannover lässt 10.000 Pflanzen 16 verschiedener Arten umsetzen.

Pflanzen der Glockenheide wurden verpflanzt

Im nördlichen Teil des Toten Moores geht der Torfabbau weiter. Die Region Hannover hat deshalb in den letzten Wochen über 10.000 Pflanzen 16 verschiedener Arten auf Renaturierungsflächen südlich der Moorstraße umsetzen lassen.

Gründe für die Umsetzung

Die Untere Naturschutzbehörde erhofft sich von der Aktion eine Sicherung der genetischen Vielfalt seltener Hochmoorpflanzen. Zugleich soll die Entwicklung der ehemaligen Abbauflächen zu artenreichen Hochmoorbereichen beschleunigt werden.

Glockenheide, Moosbeere, Torfmoose

Unter der Leitung einer Expertin für Pflanzensoziologie wurden jeweils über 2000 Exemplare der für das Hochmoor typischen Glockenheide und der heimischen Moosbeere sowie verschiedene Arten der Torfmoose umgesiedelt.

Das Tote Moor

Das Tote Moor ist mit etwa 2300 Hektar das größte Hochmoor der Region Hannover und bietet zahlreichen seltenen Arten einen Lebensraum.

Torfabbau

Ein industrieller Torfabbau ist in Teilbereichen noch bis zum Jahre 2030 genehmigt. Nach Abschluss des Abbaus soll sich auf diesen Flächen wieder ein Hochmoor bilden können. Dafür werden Entwässerungsgräben geschlossen, und wo erforderlich, ergänzende Verwallungen errichtet.

Wiederbesiedlung

Nach der Herrichtung und Wiedervernässung beginnen vor allem die Pionierarten des Hochmoores, wie das Wollgras, schnell die Flächen wieder zu besiedeln. Andere Arten sind nicht so ausbreitungsstark, und benötigen teils viele Jahrzehnte, um wieder Fuß zu fassen. Zudem geht bei diesen Arten die Ausbreitung oft nur von wenigen "Mutterpflanzen" aus, die die Renaturierungsflächen zufällig zuerst erreichen. Vor allem seltene Pflanzen nehmen so im Verhältnis zu den ausbreitungsstarken Arten sowie in ihrer genetischen Vielfalt weiter ab.

Lebendes Moor

Ein lebendes Moor bindet in seinem mächtigen Torfkörper als einziger Landlebensraum dauerhaft Kohlenstoff in erheblichen Mengen, deutlich mehr als zum Beispiel eine Waldfläche. Das in einem Baum gespeicherte Kohlendioxid gelangt nach dessen Absterben wieder in die Atmosphäre. Zudem wirkt ein Hochmoor bei Regen wie ein Schwamm, mildert so Hochwasserereignisse ab und speichert das Wasser gleichzeitig bis in den Sommer hinein. Dies wirkt sich auch positiv auf den Sommerwasserstand des Steinhuder Meeres aus, in dem nur eine begrenzte Wassermenge gespeichert werden kann. Die Regeneration des Toten Moores wirkt also zeitgleich gegen die Ursachen wie auch gegen die Folgen des Klimawandels.

Ziel der Region Hannover

Unmittelbar nach dem Ende des Torfabbaus soll das gesamte Tote Moor wieder zum größten lebenden und wachsenden Hochmoor der Region Hannover entwickelt werden. Mit der geplanten Ausweisung des Gebietes als Naturschutzgebiet soll das Hochmoor als bedeutender Teil des Naturerbes gesichert werden.