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Blaue Frösche in einem Gewässer © Region Hannover

Während der Laichzeit im März und April nehmen die männlichen Moorfrösche eine blaue Farbe an.

Hochmoor

"Totes Moor"

Das Tote Moor ist mit etwa 2300 Hektar das größte Hochmoor der Region Hannover und bietet zahlreichen seltenen Arten einen Lebensraum.

Die gesetzlichen Grundlagen für den Schutz

Das Tote Moor, am Ostufer des Steinhuder Meeres gelegen, ist eines von Niedersachsens bedeutenden Hochmooren. Es ist Teil des Niedersächsischen Moorschutzprogramms und dort unter der Nummer 24 zu finden.

Große Teile des Moores sind Natura 2000-Gebiet (FFH 94, VSG 42) sowie ausgewiesene Natur- (NSG-HA30, NSG-HA154) und Landschaftsschutzgebiete (LSG-H1, LSG-H2). Zudem handelt es sich gemäß der Ramsar Konvention um ein "Feuchtgebiet internationaler Bedeutung". 

Die Problematik

Als einziges Hochmoor der Region Hannover ist das Tote Moor großflächig durch industriellen Torfabbau überprägt. Dieser verursachte in den letzten 100 Jahren tiefgreifende Beeinträchtigungen. In den letzten 25 Jahren wurde auf insgesamt 1371 Hektar industrieller Torfabbau betrieben.  Derzeit werden noch rund 700 Hektar aktiv bewirtschaftet. Der für den Abbau notwendige Entwässerung führt dazu, dass neben den Abtorfungsflächen auch weite angrenzende Bereiche des Hochmoores beeinträchtigt werden. 

Maßnahmen der Renaturierung

Die Naturschutzbehörden sind seit etwa 20 Jahren dabei über Maßnahmen wie  Wiedervernässungen eine Renaturierung zu erreichen. Ziel ist eine Regeneration des gesamten Hochmoores.

In den letzten Jahren erwarb die Region Hannover circa 500 Hektar Grundeigentum im Toten Moor und konnte bereits große Teile mit Erfolg wiedervernässen. Hierfür wurden über 11 Kilometer Verwallungen und über 300 Grabenstaue errichtet. Mehrere Gewässer II. und III. Ordnung wurden vollständig aufgehoben und verfüllt.

Diese Maßnahmen zur Wiedervernässung entsprechen dem Schutzzweck der Naturschutzgebietsverordnung des NSG-HA 154 "Totes Moor". In der Verordnung wird beschrieben, dass der Lebensraum schutzbedürftiger Tier- und Pflanzenarten zu sichern und durch gezielte Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen gefördert werden soll. Ebenso im Fokus stehen die Erhaltung und Verbesserung der Erhaltungszustände der FFH-Lebensraumtypen, vor allen der prioritären Lebensraumtypen  "Lebendes Hochmoor" und "Moorbirkenwald". Der Moorkörper als Kohlenstoffsenke soll erhalten und entwickelt werden. Außerdem sollen gestörte hochmoortypischen Standortverhältnisse wieder hergestellt werden.

Durch die Wiedervernässung kommt es zu zahlreichen positiven Auswirkungen auf verschiedene Schutzgüter. Die Erhöhung der Wasserstände wirkt dem Austritt von klimaschädlichen Gasen durch eine fortgesetzte Mineralisation des Moorkörpers entgegen. Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt des Moorbodens. Der Lebensraum der im Toten Moor vorkommenden Tier- und Pflanzenarten wird vergrößert und verbessert, dadurch steigt die biologische Vielfalt.

EU-Förderung

Für die erfolgreiche Fortführung und Vollendung der Wiedervernässung des Toten Moores sind einige sehr kostenintensive Maßnahmen erforderlich, die die Region Hannover allein nicht bezahlen kann.

Aus dem europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) und vom Land Niedersachsen erhält die Region Hannover deshalb Fördermittel in Höhe von 1.114.285,71 Euro. Diese Mittel sind für Maßnahmen, die die Optimierung der Wasserverhältnisse im "Toten Moor" und eine Reduzierung der Freisetzung von Treibhausgasen aus Böden mit hohem Kohlenstoffgehalten (z.B. Moore) bewirken.

Das Projekt hat zum Ziel bis 2020 fast die gesamte ehemalige Hochmoorfläche des Toten Moores zu vernässen und zu renaturieren. Diese Wiedervernässung leitet die zusammenhängende Renaturierung des größten Hochmoores der Region Hannover am Ostufer des größten niedersächsischen Binnensees ein. Es soll die Grundlage für Naturraum gelegt werden, der von der Wasserfläche des Steinhuder Meeres, über das gesamte Hochmoor bis in die angrenzende Geest reicht.