Moore
Renaturierung des Oldhorster Moores
Das Oldhorster Moor ist ein zentraler Baustein der Moor und Wasserstrategie der Region Hannover. Mit dem neuen Renaturierungsprojekt soll das Moor wiedervernässt und seine natürliche Schwammfunktion zurückgewonnen werden – ein wichtiger Schritt für den Schutz der Wulbeck und für den Klimaschutz in der Region.
Warum das Projekt wichtig ist
Das Oldhorster Moor ist das Quellgebiet der Wulbeck. Durch die jahrzehntelange Entwässerung trocknet der Fluss im Sommer teilweise aus und ist gleichzeitig durch Eisenocker belastet. Das gefährdet den ökologischen Zustand des Gewässers.
Moore wirken wie ein natürlicher Wasserspeicher: Sie nehmen Wasser auf, halten es zurück und geben es langsam wieder ab. Gerade mit Blick auf den Klimawandel – mehr Regen im Winter, weniger im Sommer – ist diese Funktion entscheidend. Eine Wiedervernässung sorgt dafür, dass Wasser länger in der Landschaft bleibt und auch angrenzende land- und forstwirtschaftliche Flächen in Trockenzeiten profitieren.
Ein Moor mit Geschichte – und Zukunft
Das Projektgebiet umfasst rund 400 Hektar im Landschaftsschutzgebiet „Oldhorster Moor“ (LSG H 46). Unter den Füßen liegen Torfschichten von bis zu fünf Metern – ein Archiv aus Jahrtausenden. Doch in den 1950er Jahren wurde der „Große Graben“ durch das Moor gezogen, ein Vorfluter, der das Gebiet bis heute entwässert und die natürlichen Moorfunktionen stark beeinträchtigt.
Die Folgen sind sichtbar: Die Wulbeck trocknet in Hitzeperioden abschnittsweise aus, Eisenocker färbt das Wasser, und wertvolle Lebensräume sind verschwunden. Mit der Renaturierung soll sich das ändern.
Durch die jahrzehntelange Entwässerung ist das Gebiet stark verwaldet und zu trocken für die ursprüngliche Hochmoorvegetation.
Was das Projekt bewirken soll
Das Ziel ist klar: Das Moor soll wieder Wasser halten können – für die Wulbeck, für die Landschaft, für das Klima. Die Wiedervernässung verbessert den Landschaftswasserhaushalt, stabilisiert die Wulbeck und senkt Treibhausgasemissionen aus dem entwässerten Moor. Langfristig kann hier sogar eine Treibhausgassenke entstehen. Gleichzeitig entstehen neue Lebensräume für bedrohte Moorarten.
Torfmoose im Sonnenlicht – eine bedrohte Hochmoorpflanze auf einer der wenigen naturnahen Restflächen im Gebiet.
Gemeinsam für ein lebendiges Moor
Das Oldhorster Moor ist seit vielen Jahren ein Ort des Engagements. Ehrenamtliche führen Entkusselungen durch, pflegen Flächen und arbeiten eng mit der unteren Naturschutzbehörde zusammen. Diese Arbeit bleibt ein wichtiger Teil des Projekts.
Damit die Renaturierung gelingt, soll das Vorhaben durch ein Flurbereinigungsverfahren vom Amt für regionale Entwicklung begleitet werden. Eigentümerinnen können ihre Flächen verkaufen, eine Gestattung erteilen oder Flächen tauschen. Alle Beteiligten – Eigentümerinnen, Kommunen, Verbände und die Öffentlichkeit – werden im Laufe des Jahres 2026 frühzeitig informiert und aktiv in den Prozess einbezogen.
Ehrenamtliche entkusseln im Moor und schaffen wieder offene, lichtreiche Bereiche für die Moorvegetation.
Sicherheit für umliegende Siedlungen und Nutzungen
Im Zuge der Umsetzung des Renaturierungsprojektes wird durch die geplanten wasserwirtschaftlichen Maßnahmen dauerhaft sichergestellt, dass für umliegende Siedlungs und Ortsteile sowie für die landwirtschaftliche Nutzung im Umfeld keine Nachteile oder Gefährdungen entstehen.
Finanzierung
Der im Projektgebiet angestrebte Ankauf von Moorflächen wird mit zweckgebundenen Haushaltsmitteln der Region Hannover für den natürlichen Klimaschutz finanziert. Für die Planung und Umsetzung des Projektes wird darüber hinaus angestrebt, Fördermittel aus Bundes oder Landesprogrammen einzuwerben.
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