HANNOVER.DE | Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Zuletzt aktualisiert:

Wassertropfen, der in eine glatte Wasserfläche eintaucht und sich auf der Oberfläche spiegelt © nasared / fotolia.com

Wasser - unser Lebenselixir

Trinkwasserverordnung

Großanlagen zur Trinkwassererwärmung

Inhaber von Großanlagen zur Trinkwasserwärmung müssen Überschreitungen des sog. "Technischen Maßnahmen-Wertes" für Legionellen dem Fachbereich Gesundheit der Region Hannover melden.

Trinkwasserverordnung und Legionellenmeldung

Mit Änderung der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) vom 1. November 2011 sind Unternehmer und sonstige Inhaber einer Trinkwasserinstallation mit einer Großanlage zur Erwärmung des Wassers bei gewerblicher oder öffentlicher Tätigkeit verpflichtet worden, diese Anlagen orientierend systemisch auf Legionellen zu untersuchen. Die Untersuchungsergebnisse waren dem Gesundheitsamt zu melden. Seit  der Änderung der Trinkwasserverordnung vom 14.12.2012 müssen diese Anlagen nur dann durch den Unternehmer oder sonstigen Inhaber der Trinkwasserinstallation (bzw. seinen Beauftragten) dem Gesundheitsamt gemeldet werden, wenn der "technische Maßnahmenwert für Legionellen" überschritten ist.
Mit erneuter Änderung der Trinkwasserverordnung (in Kraft seit  9.1.2018)  wurde diese Meldepflicht auch für die Trinkwasser-Untersuchungsstellen (Labore) aufgenommen. Der Unternehmer und sonstige Inhaber der Trinkwasserinstallation hat sich zu vergewissern, dass die Anzeige beim Gesundheitsamt erfolgt.
Für die Anlagen in der Region Hannover ist die Mitteilung an den  Fachbereich Gesundheit der Region Hannover zu senden.
Für die Erfüllung der Meldepflicht für TMW-Überschreitungen kann die E-Mail-Adresse hausinstallation@region-hannover.de verwendet werden.  

Definition Großanlage zur Trinkwassererwärmung

"Gewerbliche Tätigkeit" bzw. "öffentliche Tätigkeit" ist in § 3 Nummer 10 bzw. 11 TrinkwV definiert. Dazu gehören zum Beispiel Anlagen in Schulen, Sporthallen, Mietshäusern oder Hotels.
Eine "Großanlage zur Trinkwassererwärmung" ist gemäß § 3 Nummer 12 TrinkwV  "eine Anlage mit 

  1. Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentralem Durchfluss-Trinkwassererwärmer jeweils mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern oder
  2. einem Inhalt von mehr als 3 Litern in mindestens einer Rohrleitung zwischen Abgang des Trinkwassererwärmers und Entnahmestelle; nicht berücksichtigt wird der Inhalt einer Zirkulationsleitung;

entsprechende Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern zählen nicht zu Großanlagen zur Trinkwassererwärmung."

Untersuchungszyklen

Während für öffentliche Trinkwasserinstallationen schon länger eine jährliche Untersuchungspflicht gilt, schreibt die novellierte Trinkwasserverordnung bei gewerblicher Tätigkeit eine Untersuchung des Trinkwassers in Großanlagen auf Legionellen – sofern das Wasser für Duschen oder andere Einrichtungen genutzt wird, bei denen es zu einer Vernebelung kommt - mindestens alle drei Jahre vor; die erste Untersuchung durch ein zugelassenes Trinkwasserlabor muss bis zum 31.12.2013 abgeschlossen sein.

Pflichten als Anlagen-Betreiber

Bitte beachten Sie auch Ihre übrigen Pflichten als Anlagen-Betreiber, die in der geänderten Trinkwasserverordnung festgeschrieben sind. Speziell bei Überschreitung des "Technischen Maßnahmen-Werts" für Legionellen hat gemäß dem neuen § 16 Absatz 7 TrinkwV
"der Unternehmer oder sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage unverzüglich

  1. Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen durchzuführen oder durchführen zu lassen; diese Untersuchungen müssen eine Ortsbesichtigung sowie eine Prüfung der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik einschließen,
  2. eine Gefährdungsanalyse zu erstellen oder erstellen zu lassen und
  3. die Maßnahmen durchzuführen oder durchführen zu lassen,die nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zum Schutz der Gesundheit der Verbraucher erforderlich sind.

Aufbewahrungszeiträume

Der Unternehmer und der sonstige Inhaber teilen dem Gesundheitsamt unverzüglich die von ihnen ergriffenen Maßnahmen mit. Zu den Maßnahmen nach Satz 1 haben der Unternehmer und der sonstige Inhaber Aufzeichnungen zu führen oder führen zu lassen. Die Aufzeichnungen haben sie nach dem Abschluss der erforderlichen Maßnahmen nach Satz 1 Nummer 3 zehn Jahre lang verfügbar zu halten und dem Gesundheitsamt auf Anforderung vorzulegen.

Informationspflicht

Bei der Durchführung von Maßnahmen nach Satz 1 Nummer 2 und 3 haben der Unternehmer und der sonstige Inhaber die Empfehlungen des Umweltbundesamtes zu beachten. Über das Ergebnis der Gefährdungsanalyse und sich möglicherweise daraus ergebende Einschränkungen der Verwendung des Trinkwassers haben der Unternehmer und der sonstige Inhaber der Wasserversorgungsanlage unverzüglich die betroffenen Verbraucher zu informieren."

Weiterführende Informationen und Links