Der Gesundheit zuliebe

Trinkwasser wird überall bleifrei

Seit dem 12. Januar 2026 sind Trinkwasserleitungen aus Blei verboten!

Regelungen und Grenzwerte zu Blei im Trinkwasser

Seit dem 12.Januar 2026 sind Trinkwasserleitungen aus Blei verboten!

Wissenswertes

Das Schwermetall Blei, das sich im Körper ansammeln kann, beeinträchtigt schon in geringer Konzentration die Blutbildung und Intelligenzentwicklung bei Ungeborenen, Säuglingen und Kleinkindern. Besonders empfindlich auf Blei reagiert das sich entwickelnde kindliche Nervensystem.
Während in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs Bleileitungen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr zum Einsatz kamen, wurden sie in Nord- und Ost-Deutschland noch bis Anfang der 1970er Jahre verbaut. Erst seit 1973 wird in ganz Deutschland Blei nicht mehr als Leitungsmaterial verwendet.


Trinkwasserschutz in Deutschland

Der Bleigrenzwert wurde in den letzten Jahrzehnten schrittweise von 0,04 mg/l auf den jetzt gültigen Grenzwert von 0,01 mg/l abgesenkt. Ab dem 12.01.2028 gilt der noch weiter abgesenkte Grenzwert von 0,005 mg/l.
Da die Bleiwerte im Trinkwasser bei Leitungen aus Blei in der Regel jedoch höher sind und die Grenzwerte damit nicht einzuhalten sind, besagt die TrinkwV, dass diese Rohrleitungen oder deren Teilstücke bereits bis zum 12. Januar 2026 gegen Rohre aus besser geeigneten Werkstoffen komplett auszutauschen bzw. stillzulegen waren.
Auch kleine Teilabschnitte aus Blei sind kritisch, denn im Kontakt mit anderen metallenen Werkstoffen können sie bei Stagnation durch elektrochemische Reaktionen und Korrosion unverhältnismäßig viel Blei ins Trinkwasser abgeben.

Neu ist in der aktuellen TrinkwV auch, dass nicht nur Wasserversorgungsunternehmen im Zuge Ihrer Arbeiten an Trinkwasserleitungen das Auffinden von Bleirohren und Bleianschlüssen melden müssen, sondern auch Installationsbetriebe bei Ihren Tätigkeiten verpflichtet sind Meldung zu bleihaltigen Werkstücken in der Trinkwasserinstallation beim Gesundheitsamt zu machen.
Für die Hausanschlussleitung zuständig, und somit auch für die Beseitigung dort noch vorhandener Bleirohre, ist das jeweilige Wasserversorgungsunternehmen. Für die Hausinstallation hinter der Wasseruhr ist der Hauseigentümer verantwortlich. 


Was kann man als Verbraucher*In tun?

Wie kann man als Laie feststellen, ob noch Bleirohre verbaut sind, wenn man in einem Gebäude, das vor 1973 fertiggestellt wurde, lebt? Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten: Als Mieter*In können die Eigentümer befragt werden. Sind die Leitungen sichtbar, lassen sich Bleileitungen, da sie weicher als Kupfer- oder Stahlleitungen sind, mit einem Messer leicht einritzen oder abschaben. Außerdem haben sie einen dumpfen Klang beim Anschlagen mit einem metallischen Gegenstand und erscheinen silbergrau. 

Bei Verdacht sollte man entweder einen Fachbetrieb hinzuziehen oder eine Wasserprobe auf den Bleigehalt überprüfen. Dazu kann man eine Beprobung durchführen, wofür das Wasser vor der Probenentnahme mindestens vier Stunden in der Leitung gestanden haben sollte. Zur weiteren Beratung, insbesondere zur Probenahme, steht das Team Umwelthygiene der Region Hannover zur Verfügung
Wenn feststeht, dass das Trinkwasser mehr Blei enthält als erlaubt ist, muss anschließend geklärt werden, ob die erhöhten Bleiwerte durch die Hausanschlussleitung, die Zuleitung von der Straße bis zum Wasserzähler, oder durch die Hausinstallation hervorgerufen werden. Dann sollte umgehend mit der Sanierung begonnen werden.


Weitere Informationen zu diesem Themenbereich finden Sie

Bei gesundheitlichen Fragen:

  • Zuständiges Gesundheitsamt
  • Ärzte, Hebammen, Ernährungsberatung

Bei technischen Fragen:

  • Fachbetriebe des Sanitär- und Heizungshandwerks
  • Verbraucherzentralen
  • Mietervereine
  • Wasserversorgungsunternehmen
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