Flashmob

„Meet&Greet“ tanzt durch Linden

Der Flashmob legte an der Limmerstraße los und zog Publikum an.

60 Jugendliche sorgten für Stimmung auf den Straßen.

Die Tanzeinlage an der Limmerstraße wurde kräftig bejubelt.

Wer Dienstagabend (12. September) in Linden-Nord unterwegs war, dürfte nicht schlecht gestaunt haben. Als sich eine Ansammlung gut gelaunter Jugendlicher der Limmer Straße näherte, ahnte noch niemand, was danach passierte. Erst als sie sich mitten auf die Straße stellte und die Bässe durch die Nachbarschaft hallten, blieben die Passant/innen verdutzt stehen und versuchten einzuordnen, was dort gerade geschah. Die Jugendlichen stellten sich blitzschnell in Reih und Glied und fingen an, zur Musik zu tanzen. Während die einen Umstehenden hastig die Videoaufnahme-App auf ihren Smartphones suchten, feuerten die anderen die Performer/innen begeistert an, applaudierten lautstark und forderten Zugaben. Doch so unvermittelt wie die bunte Truppe ihre Show begann, so verschwand sie auch wieder und machte sich auf zur nächsten Location.

Nach den Kennlernspielen waren die Jugendlichen gelockert und bereit, die Choreografie zu studieren.

Der Flashmob war der Auftakt zu einer neuen Begegnungseventreihe („Next generation – Community2action“) des Vereins IKJA e.V., in der sich geflüchtete und einheimische Jugendliche einmal im Monat gemeinsam zu kreativen Aktionen treffen wollen. Dahinter steht die Idee, eine internationale und transkulturelle Jugendcommunity in Hannover aufzubauen. Das Gesamtprojekt wird unter anderem durch den Integrationsfonds der Landeshauptstadt Hannover gefördert.

Die Choreografie wurde erst kurz davor auf dem Faustgelände einstudiert. Da die meisten der Teilnehmer/innen sich vorher nicht kannten, fing das Treffen mit Kennlernspielen an. Danach übten sie peu à peu die Tanzschritte und stießen anfangs noch aneinander, oder drehten sich in entgegengesetzte Richtungen. Davon war bei der eigentlichen Performance in den Straßen nichts mehr zu erkennen – die eingespielte Truppe tanzte synchron und auf Position. „Am Anfang der Proben waren wir etwas nervös und dachten, wir kriegen es nicht hin – aber wir haben es doch geschafft! Das war eine super Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen und seine Kreativität zu kanalisieren“, so die Teilnehmerin Lina (18).

Lina Jakobs (l.) und Theaterpädagogin Parisa Hussein-Nejad (r.)

Auch wenn das Ergebnis sich sehen lassen konnte, war der Leiterin Parisa Hussein-Nejad (IKJA e.V.) der Weg dorthin wichtiger. „Mit kreativen Aktionen wie Schauspiel und Tanz konnten Sprachbarrieren spielerisch überwunden werden. Durch das gemeinsame Erleben und Schaffen lernten sich Jugendlichen kennen, ohne dass die soziale und ethnische Herkunft eine Rolle spielt – darum ging es uns.“