Gewalttat in Stade - Hannover.de

Region Hannover

Gewalttat in Stade

Die Regionsverwaltung ist zutiefst erschüttert über den gewaltsamen Tod mehrerer Menschen in Stade.

30.06.2026 – Unter den Opfern sind drei Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover, die sich zu einem Hilfeplangespräch in der Jugendhilfeeinrichtung befanden. Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten den Familien, Freundinnen und Freunden der Getöteten sowie allen Kolleginnen und Kollegen, die dieses unfassbare Ereignis verarbeiten müssen.

 

Die Mitarbeitenden der Kinder- und Jugendhilfe setzen sich täglich mit großem Engagement, hoher Professionalität und Menschlichkeit für den Schutz von Kindern und Jugendlichen ein und begleiten Familien in oftmals sehr belastenden Lebenssituationen. Dass Kolleginnen und Kollegen bei der Ausübung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe ihr Leben verlieren, macht uns fassungslos. Viele unserer Mitarbeitenden trauern und stehen unter dem Eindruck dieser schrecklichen Tat. Sie in dieser Situation zu begleiten und zu unterstützen, hat für uns höchste Priorität.

 

Die Hintergründe der Tat werden derzeit von den zuständigen Ermittlungsbehörden aufgeklärt. Wir sind im engen Austausch und unterstützen die Behörden im Rahmen der laufenden Ermittlungen. Aus Respekt vor den Betroffenen und ihren Angehörigen sowie mit Blick auf die laufenden Ermittlungen werden wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter zu dem Geschehen äußern. Wir bitten um Verständnis.

Trauerrede des Ersten Regionsrats Jens Palandt bei der Trauerandacht der Landeskirche in der Marktkirche Hannover am 1. Juli 2026

Liebe Trauernde,
liebe Trauergemeinde,

es gibt Tage, an denen Worte kaum ausreichen. Die Gewalttat von Stade erschüttert uns alle zutiefst. Sie reißt Wunden auf, die nicht so schnell heilen werden. Drei unserer Kolleginnen und Kollegen sind getötet worden. Sie waren in Stade, um das zu tun, was sie jeden Tag mit großer Hingabe taten: Kindern und Familien in schwierigen Lebenssituationen beizustehen. Dass ihr Einsatz für andere auf so unbegreifliche Weise endete, lässt uns sprachlos zurück.

Unsere Gedanken gelten den Angehörigen und allen, die diesen Verlust tragen müssen. Ihr Leben hat sich von einem Augenblick auf den anderen für immer verändert. Es gibt nichts, was ihnen diesen Schmerz nehmen könnte. Gerade jetzt brauchen sie Menschen, die an ihrer Seite bleiben, die den Schmerz mit ihnen aushalten und ihnen die Zeit und den Raum geben, den Trauer braucht.

Unsere Gedanken sind auch bei den Kolleginnen und Kollegen, die dieses Geschehen verarbeiten müssen. Sie haben nicht nur geschätzte Teammitglieder verloren, sondern Menschen, mit denen sie Verantwortung geteilt und oft auch eine tiefe Verbundenheit empfunden haben. 

Gleichzeitig ist die Arbeit, die sie mit großer Überzeugung leisten, von einem Tag auf den anderen zu einer kaum zu bewältigenden Aufgabe geworden. Gerade diejenigen, die jeden Tag – auch heute – Kindern, Jugendlichen, Müttern und Familien Hilfe und Halt geben, brauchen nun selbst Unterstützung und Halt. Wir werden alles tun, um sie in dieser schweren Zeit und darüber hinaus zu begleiten.

In diesen schwierigen und belastenden Tagen wird klar: Gemeinschaft ist unser Halt. Lassen Sie uns achtsam sein. Lassen Sie uns zuhören, Rücksicht nehmen und Trauer zulassen – ohne Erwartungen, ohne den Anspruch, dass der Schmerz schnell vergehen muss, und ohne den Druck, schon bald wieder funktionieren zu müssen.

Und doch bleibt etwas, das über diesen Tag hinausweist: Der Auftrag unserer verstorbenen Kolleginnen und Kollegen lebt weiter. Sie haben sich für Kinder, Jugendliche und Familien eingesetzt, die Schutz, Hoffnung und Unterstützung brauchen. Dieses Vermächtnis bleibt.

Möge dieser Gottesdienst ein Ort des Innehaltens sein. Ein Ort des Trostes. Ein Ort, an dem wir Kraft finden, füreinander da zu sein und die Erinnerung an unsere verstorbenen Kolleginnen und Kollegen in unseren Herzen zu bewahren.

In tiefer Verbundenheit mit Ihnen allen.

(Veröffentlicht am 30. Juni 2026, seitdem mehrmals aktualisiert – zuletzt am 1. Juli 2026)

Nach oben